Wasserwacht am Ende einer langen Suche

Ortsgruppe zieht in Ausbildungszentrum in der Piracher Straße
200 Kinder und Jugendliche - 1060 Arbeitsstunden

Von Stefanie Till

Burghausen. Die Wasserwacht hat endlich ein eigenes Dach über den Kopf. Nach jahrelanger Suche zog die Wasserwacht von ihren Räumen in der Feuerwehr in ihr neues Ausbildungszentrum in der Piracher Straße 10. Mit einem Tag der offenen Tür weihten die Mitglieder am Samstag ihr neues Heim ein.

„Wir sind am Ende unserer Suche und haben endlich ein neues Zuhause für die Kinder. Wir sind stolz auf unser neues Ausbildungszentrum“, sagte Michael Rummert, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe der Wasserwacht. Nachdem die Jugend- und Kindergruppe der Wasserwacht einen so starken Zulauf hatte, stand seit 2005 fest, dass neue Räumlichkeiten gefunden werden mussten.

„Das war aber nicht gerade einfach.“, erzählt Birgt Moosbauer, Vorsitzende der Ortsgruppe. „Wir wollten ein eigenes Gebäude, damit wir nicht von anderen abhängig sind und unsere
Arbeit flexibel einteilen können.“ In diesem Jahr war die Suche schließlich zu Ende. Mit dem Gebäude in der Piracher Straße fanden die Wasserwachtler endlich das, was sie suchten: ein Haus mit genügend Räumen für Aus-und Weiterbildung. Und dabei hatten sie auch noch Glück, denn es gab noch zwei andere Interessenten für das Gebäude, das der Stadt Burghausen gehört.

Doch die Stadt entschied sich schließlich für die Wasserwacht. „Die Wasserwacht ist eine besondere Gruppe. Mit diesem Umbau hat sie die richtigen Voraussetzungen für Training, Ausbildung, Wettkampf und Jugendarbeit geschaffen.“, betonte Bürgermeister Hans Steindl bei der Einweihung. Darüber hinaus sei er dankbar für die jahrelange Arbeit, die die Mitglieder auch weit über die Stadtgrenze hinaus leisteten.

Josef Jung, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, gratulierte der Wasserwacht: „Das Thema Ausbildung hat bei uns eine sehr große Bedeutung. Mit dem neuen Ausbildungszentrum habt ihr einen neuen Schwerpunkt geschaffen. Es ist euer Lohn für die jahrelange Arbeit.“

Seban Dönhuber, Ehrenvorsitzender des Roten Kreuzes, bedankte sich für den Einsatz bei den Mitgliedern: „Die Wasserwacht ist ein Filetstück des Roten Kreuzes. Ich danke euch für euren Idealismus, den ihr hier an den Tag gelegt habt.“

Das neue Ausbildungszentrum soll nicht nur der Aus- und Weiterbildung dienen, sondern auch Heimat und Treffpunkt für die rund 200 Kinder und Jugendlichen werden. Mit rund 35.000 Euro unterstützte die Stadt den Umbau des renovierungsbedürftigen Gebäudes. 7000 Euro steckte die Wasserwacht als Eigenleistung zusätzlich in den Umbau. Vor allem dank der ehrenamtlichen Mitarbeit von 40 Helfern konnten die Renovierungsarbeiten in zwölf Wochen und 1060 ehrenamtlichen Stunde vollendet werden.

Das neue Ausbildungszentrum bietet einen Lehrsaal für 60 Auszubildende, ein Büro, eine Küche, einen Gruppenraum, Lagerräume und ein Kleiderkammerl. Damit die Ausbildung auch auf höchstem Niveau stattfinden kann, wurden alle Ausbildungsräume mit Weißtafeln, einer Weiterentwicklung der Schultafel, ausgestattet. Darüber hinaus verfügt der Lehrsaal über einen Beamer und ein interaktives Weißtafelsystem. Neben Kursen in Erster Hilfe setzt die Wasserwacht in ihrem neuen Ausbildungszentrum auch einen Schwerpunkt auf die Theorie der Wasserrettung, Sanitätskurse, die Sicherung der sozialen Kompetenz und Teambildung.

Nach der offiziellen Eröffnung stand das neue Heim für alle Interessenten offen. Mit dem Tag der offenen Tür wollte sich die Wasserwacht vor allem bei den Nachbarn bedanken. „Sie waren in den letzten Wochen sehr tolerant und haben so manchen Lärm über sich ergehen lassen.“, bedankte sich Birgt Moosbauer bei den Anwohnern. Mit dem Umzug hofft die Wasserwacht auch, neue interessierte Kinder und Jugendliche in ihre Reihen locken zu können.